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P-Blog
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Aktuelle Erlebnisse von Peter
Hier werden jeweils von Peter seine aktuellen Erlebnisse und Gedanken mit euch ausgetauscht.
Das heisst, auch Sie dürfen Kommentare schreiben, die auch veröffentlicht werden können.
Bitte schreiben Sie Ihre Meinung per Mail ...
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Vor den Sommerferien bekamen wir vom Nachbar einen handlichen „Super-Trommelgrill“. Kürzlich hatten wir spontan die glänzende Idee, den Grill auf die Gasse mitzunehmen. Schnell kauften wir Bratwürste, Servalats und Brot ein. Voll gepackt gingen wir mit dem Heartwings-Mobil in einen Park, stellten uns bei den Leuten hin, grillten Würste und verteilten Brot und Getränke. Im Hintergrund lief schöne Musik. Die Leute genossen das Essen sichtlich, wollten mithelfen und bedankten sich herzlich. Gute Gespräche entstanden und einige fragten, warum wir dies machen? Sogar Mütter mit ihren Kindern kamen und holten sich eine Wurst. Es beeindruckte sie sehr, was wir hier machten und sie genossen unsere Gastfreundschaft. Es war eine schöne, herzliche Zeit der Gemeinschaft, so spontan und mit vielen schönen neuen Begegnungen.
Nach einigen Stunden kehrten wir mit einem leeren Gefährt und erfüllten Herzen wieder zurück.
Andere Menschen glücklich zu machen gibt selbst Befriedigung.
Das wollen wir wieder machen!
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Gibt es heute noch Aussatz-Pandemie? ...
Bibel-Zitat aus Markus 1; 40-42: „Einmal kam ein Leprakranker zu Jesus. Er fiel vor ihm nieder und bat: "Wenn du willst, kannst du mich heilen." Jesus hatte Mitleid mit dem Mann. Deshalb legte er segnend die Hand auf ihn: "Ich will es tun! Sei gesund!" Von diesem Augenblick an war der Aussatz verschwunden und der Mann geheilt.“
Wenn jemand vor 2000 Jahren die ansteckende Leprakrankheit hatte, wurde er von der Gesellschaft in ein Getto verbannt. Zum Glück gibt es heute ärztliche Hilfe in diesem Bereich. Dennoch stossen wir auf ein neues, ähnliches Phänomen?
Menschen mit Alkohol- und anderen Drogenproblemen werden von den Behörden durch Repressions-Massnahmen von dem Blickfeld der Gesellschaft weg verbannt. Wir haben uns gefragt, was wohl Jesus in dieser Situation tun würde?
Bei unseren „Heartwings-Einsätzen“ begegnen wir solchen Menschen mit Liebe und Verständnis, bis der Wunsch nach Freiheit wächst und sie wie der Leprakranke im Bibeltext, Wiederherstellung erleben.
Auf dem obigen Bild sieht man übrigens „S“, der zur Veröffentlichung dieses Bildes sein Einverständnis gegeben hat. Bei seinem Stamm-Sitzplatz, wo er jeweils mit anderen sitzt, wurden Eisenprofile montiert, die das Sitzen verunmöglichen. Deshalb hat er ein Holzbrett gezimmert, dass er dennoch bequem sitzen kann. :-)
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August 09: Zahnwurzel-Notoperation …Hilf, so wird dir geholfen …
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Anfangs August konnten wir uns als Familie für zwei Wochen in einer schönen und günstigen Ferienwohnung an der „Cote d’Azur“ in Frankreich erholen. Doch schon nach drei Tagen überraschten mich starke Zahnschmerzen, die unerwartet von einer entzündeten Zahnwurzel abstrahlten. Nach weiteren Tagen war meine linke Backe bis zu den Augen aufgeschwollen und Sorgen machten sich breit. Was soll man in einer solchen Notsituation in einem fremden Land machen? Müssen wir nun die Ferien abbrechen und heimfahren?
In meinem beunruhigten Herz hörte ich diesem Morgen eine leise Stimme: „Lass diese Sorgen los und vertraue mir, ich habe es im Griff!...“ Dorothée musste sowieso noch kurz einen Morgen-Einkauf tätigen und ich machte mich auf die Suche nach einer Apotheke. Direkt oberhalb davon war eine modern eingerichtete Zahnklinik mit einem kompetenten, jungen Zahnchirurgen. Unbürokratisch sass ich bald darauf auf seinem flachen Stuhl und nach einem kurzen Röntgen und verschiedenen Tests wurde gebohrt. Kurz darauf konnte der Arzt aus meinem vorher abgestorbenen Zahn erfolgreich den Nerv herausoperieren, verschrieb mir Antibiotika und plante die weitere Behandlung mit mir.
Zwei Tage später, bei der nächsten „Sitzung“ war die Schwellung schon stark abgeklungen. Nun punktierte der Arzt den Entzündungsbereich und reinigte diesen mit Antibiotika. Wie viel Eiter er herauspressten konnte, schreibe ich lieber nicht im Detail:-). Nach dem folgenden Wochenende konnte mein Arzt die Behandlung erfolgreich abschliessen und den Zahn wieder verschliessen. Für die Barbezahlung der Kosten (200 Euro) musste ich nicht einmal einen Bankomat-Kasten suchen. Wie viel teurer wäre wohl die Behandlung in der Schweiz gewesen?
Einmal mehr erfüllte eine tiefe Dankbarkeit nachhaltig mein Herz. Unser Gott, dem wir dienen ist soooo treu. Wie viele Male konnten wir als Ehepaar Menschen unbürokratisch auf der Gasse helfen. Und nun waren wir auch in Not und erlebten genau dasselbe! Danke Gott!
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Notausstieg aus dem Karussell meiner Bedürfnisse? …
Vor unseren Familien-Sommerferien hatte ich einen Durchhänger. Dies begann, weil ich etwas überarbeitet war, also müde, abgespannt und geschwächt. Gedanken drehten sich in meinem Kopf, wie ein Karussell. Selbstmitleid kam auf und ich achtete viel mehr auf dies und das, auf die Schwierigkeiten und auf meine Begrenzungen. Sorgen und Befürchtungen waren die Folge. Weshalb tue ich mir diesen aufopfernden Lebensstil eigentlich an? So drehte es in mir immer schneller und schneller. Darunter litt ich und infolge dessen meine Familie auch. Wie komme ich da wieder aus diesem Durcheinander heraus …, fragte ich mich? Meine Anstrengungen wie z.B. ausruhen, meditieren (beten), andere Ablenkungen oder Versuche, ein entstandenes Vakuum zu füllen, halfen nicht. Es folgte eine nächste Überraschung. Der Terminkalender erinnerte mich an einen Gasseneinsatz zusammen mit „X“ und ich fühlte mich so schrecklich. Woher nehme ich nur meine Kraft …? Ich ging in den Wald und redete mit Gott, was ich oft tue. Doch ich spürte da noch keinen Trost. So ging ich also zu der Verabredung und zum Einsatz.
Erst als wir zusammen auf der Gasse unterwegs waren, kam nach und nach Trost in mein Herz. Unsere Snacks kamen gut an und die Drinks (alkoholfreiJ) fanden durstige Kehlen. Ein manch tiefes Gespräch kam zustande und Menschen erlebten durch unsere Gegenwart, dass Leute da sind, die sich um sie kümmerten und ihre Nöte ernst nehmen. Irgendwann ist mir dann aufgefallen, dass es mir besser ging und ich wieder mehr Kraft verspürte. Mein Zustand von vorher war wie ausgewechselt und die Gefühle der Hoffnungslosigkeit waren verschwunden. Ich verstand wieder den Sinn dieser Arbeit. Wie viel schrecklicher waren doch die Nöte dieser Menschen in unserem Arbeitsumfeld. Zutiefst verletzte und gebrochene Menschen, hier gestrandet, warten in ihrer Nacht auf einen Schimmer von Morgenröte.
Wie schnell doch dieser Tag verging. Beim Heimweg im Sonnenuntergang erfüllte ein tiefer Frieden mein Herz. Dauerhaft weggeblasen war das „destruktive Ego-Karussell“ aus meinen Gedanken. Ich freute mich auf meine Familie und die neuen Herausforderungen in der Gassenarbeit.
Treffend passen dazu folgendes Zitat: „Bringt dem Hungrigen Brot … Helft, wo ihr könnt, und verschließt eure Augen nicht vor den Nöten eurer Mitmenschen! Dann wird mein Licht eure Dunkelheit vertreiben wie die Morgensonne, und in kurzer Zeit sind eure Wunden geheilt.“ Jesaja 58; 7b-8
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Ein wegweisendes „Entenerlebnis“! …
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Bei einem Spaziergang als Familie am Zürichsee machten wir einmal folgende Beobachtung: Eine intakte und auf dem ersten Blick gesunde Entenfamilie mit fünf halbgewachsenen Jungen schwamm nicht weit vom Ufer. Doch bei näherem Hinschauen erstarrte unser Atem. Das idyllische Bild wurde von folgender Tragik überschattet: Jedes Mal wenn die Entenmutter mit den Flügeln schlug und weg schwimmen oder fliegen wollte, zog sie an einer Nylonschnur, die in ihrem Hals verhakt war ein kleines Entenkind im Abstand von etwa einem Meter nach. Wenn keine Hilfe gekommen wäre, hätten sie sich früher oder später irgendwo in einem Gebüsch verfangen und wären jämmerlich verhungert oder verstickt.
Wie hilft man einer wilden Entenfamilie vom Ufer her? Jedes Lockmanöver ans Ufer mit Brot war hoffnungslos, liebe Worte und Wünsche nützten nichts…- Jemand musste rettend ins sehr kalte Wasser steigen. Kurz entschlossen stieg ich ins eisige Wasser und war nun auf Augenhöhe mit der Notsituation. Das Unmögliche geschah! ... – Völlig widerstandslos liess sich die Entenmutter einfangen und auch das gefangene Entenkind zeigte keine Angst-Reaktion und sie sie warteten geduldig auf die Befreiung!
Nun brauchte es echtes Team-Work. Ich schwamm mit den gefangenen Enten ans nahe Ufer zu meiner Family, wo Dorothée die Entenmutter in ihre Hände nahm und meine ältere Tochter das Entenkind. Während ich die Angelhaken aus dem Hals der Entenmutter und aus dem Fuss des Entenkindes befreite, streichelte meine jüngere Tochter die Tierchen beruhigend und der Rest der Entenfamilie wartete wenige Meter vom Ufer entfernt.
War das eine Entenfreude, als die ganze Familie wieder befreit vereint war. Wie zum Dankesgruss schwammen sie noch einige Zeit parallel zum Ufer in unserer Spaziergangsrichtung.
Dieses Erlebnis hat tief zu unserem Herzen geredet. Genau wie bei dieser Entenfamilie gibt es viele Familien-Schicksale in unserem Umfeld. Auf den ersten Blick sieht alles intakt und idyllisch aus. Doch leider verstecken sich viele Verstrickungen durch Sucht, Gewalt, sexuellem Missbrauch, usw… hinter der gutbürgerlichen Fassade. Ohne Hilfe von aussen gibt es oftmals keine Veränderung und Resignation macht sich breit. Wie lange warten wir, bis wir helfend „ins kalte Wasser steigen“? Wie weit müssen die Symptome (zum Beispiel Selbstmordgedanken, gestörtes Essverhalten, angestaute Aggressivitäten, Isolation, usw.) gehen, bis wir die Not erkennen und Hilfe organisieren?
Diese Entenbefreiung hat in uns eine tiefe Befriedigung ausgelöst und die Entscheidung gestärkt, um auch in Zukunft helfend für andere Menschen ins kalte Wasser zu steigen!
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Besuch in der Strafanstalt ...
Kürzlich machte ich einen Besuch in einem Strafvollzug. Solche verriegelte Türen öffnen sich nur, wenn man von einem Sträfling persönlich als Seelsorger eingeladen wird. Das heisst, ich habe "xy-Boy" schon vorher auf der Gasse kennengelernt.
Bei unserer ersten Begegnung muss ich zugestehen, hatte ich sogar ein wenig Angst vor ihm: Ein kleiner Mann mit einem starren Blick, breit und stark gebaut , ... ich möchte lieber nie Streit mit ihm haben! ...
Doch wie so oft - hinter einer harten Schale verbirgt sich ein weicher Kern. So haben wir auf der Gasse oftmals einen Kaffee miteinander getrunken. Das heisst, "xy" hat mich immer wieder eingeladen und natürlich durfte ich zahlen ... :-) ... Und mit jedem Gespräch ist das Vertrauen von ihm zu mir gewachsen.
Auf der Gasse immer locker drauf, doch im Gefängnis - da bricht manches auf! Wer schläft schon gerne hinter Gittern mit verschlossener Türe? Für "xy" ist diese Situation echt schwierig. Auch psychisch, weil alte Verletzungen wieder aufbrechen. Warum gibt es immer wieder diese inneren Schmerzen? Warum diese negativen Wiederholungen? Warum stolpert man im Leben immer wieder über die selben Stolpersteine?
Wir hatten keine Antwort, sondern "xy" brauchte in diesem Moment einfach jemand, der ihn in den Arm nahm. Beim Abschied bat er mich das erste Mal darum, doch für ihn zu beten. Einen Moment schien es, die Zeit würde stillstehen ... Tränen flossen und ein kleiner Hoffnungsschimmer keimte auf.
"Wann kommst Du wieder?" ... waren seine letzten Worte.
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